Freitag, 8. April 2011

08.04.11: Spontantrip Tag 2: Pleiten, Pech und Pannen

Oh, wie schön ist es ausgeschlafen aus einem gemütlichen Bett aufzustehen und voller Vorfreude in den Tag zu starten. Letztere wurde aber ziemlich schnell gedämpft, weil unser Auto zuerst in die Werkstatt musste. Diagnose: keine Bremsflüssigkeit mehr. Wie beruhigend zu wissen...
Als das Problem behoben und der Tank gefüllt waren, konnte es dann doch endlich los gehen. Unser heutiges Ziel: Jinka. Das ist ein kleines Städtchen vor dem Mago National Park, was schlussendlich unser Ziel ist. Auf, auf! Los geht’s.
Ok, Auf, auf streiche ich besser wieder, unser Weg hat uns nämlich auf die wahrscheinlich schlechteste Straße Äthiopiens geführt. Selbst die schlimmste Straße zur entlegenstens Alm bei uns ist besser als diese Schlaglochpiste. So bin ich noch nie durchgeschüttelt worden.
Dummerweise hat sich die bescheidene Straße nach einer Stunde fahrt gerächt. Zuerst hat es im Auto komisch gerochen, dann hat unser Fahrer angehalten. Das rechte Hinterrad scheint kaputt zu sein. Aber was es wohl ist? Ich bin ziemlich planlos was Autos betrifft und sicher nicht qualifiziert, das jetzt korrekt zu beschreiben. Man verzeihe mir das bitte.
Mit dem Reifen an sich war auf jeden Fall alles in Ordnung, aber wie es schien, drehte sich das Rad nicht mehr richtig. Unser Fahrer ist ziemlich kompetent und hat wohl auch Jahre in einer Werkstatt gearbeitet, aber irgendwie schien das Problem doch komplexer zu sein.
Auf jeden Fall hat er ziemlich lange daran rumgebastelt, ist aber zu keinem Ergebnis gekommen. Wenigstens ist die Straße auf der wir unterwegs waren ziemlich belebt. Immer wieder fahren Autos und LKWs vorbei und die meisten halten auch an und fragen was los ist. Also das genaue Gegenteil von dem was im Reiseführer steht. Es scheint so als würde das richtige Werkzeug fehlen.
Es gibt auch ziemlich viele Menschen die vorbei kommen und sich unsere Situation ansehen. Zeit spielt hier eine ganz andere Rolle und so macht es auch nichts wenn man mal eine Stunde den Ferengi zuschaut, die versuchen ihr Auto zum Fahren zu bewegen.
Apropos eine Stunde... HILFE! Wir müssen doch weiter! Sonst schaffen wir es nie nach Jinka und dorthin müssen wir heute auf jeden Fall, sonst können wir uns die Mursi aus dem Kopf schlagen.
Kurz gesagt: so langsam wurden wir alle nervös.
Die Kinder die hier so vorbei laufen, mit Wasserflaschen, Holz, Macheten und Scharen von Tieren, verstehen es wenigstens uns abzulenken. Mit Händen und Füßen unterhält man sich, es wird Faszination und Amüsement über meine Frisur ausgedrückt und – selbstverständlich – werden auch Fotos gemacht. Weil man ja Zeit hat, will man unbedingt alle meine 500 Äthiopienfotos sehen. Was die Kinder besonders lustig fanden, waren Fotos von Tieren. Ich wette die haben mehr als einmal „Schau mal, die Frau hat ein Foto von … (Tier bitte hier einfügen) gemacht.“, auf amharisch gesagt und sich dabei krumm gelacht. Genau weiß ich das selbstverständlich nicht, weil mein Amharisch nur zum Essen bestellen reicht, aber das war sicher so.
Eineinhalb Stunden nachdem wir liegen geblieben sind, kam wieder mal ein LKW vorbei, der unserem Fahrer geholfen hat. Nach einigen wenigen Worten, hat er ihm Werkzeug gegeben und ist wieder abgedüst. Das war endlich der Durchbruch!
Dann ging alles ganz schnell und unser Rad funktionierte wieder. (Für die Autointeressierten: Soweit ich das aus der Mischung aus Englisch und Französisch, die wir mit unserem Guide gesprochen haben verstanden habe, war das Radlager das Problem. Irgendwas hat sich da verkantet und deshalb hat sich wohl das Rad nicht mehr gedreht. Auf jeden Fall war das so blöd verhakt, dass es deshalb so lang gedauert hat, das wieder zu richten).
Nach unglaublich langen und heißen 2 Stunden konnte die Fahrt endlich weiter gehen! Leider mit dem unguten Gefühl im Magen, dass wir 2 Stunden verloren haben und vermutlich doch nicht mehr nach Jinka fahren können. Das ist einfach zu weit weg und wenn die Straße so weiter geht, dann haben wir keine Chance. Also doch Bötchen tuckern und Tiere anschauen? Ach Mensch!
Wie auch immer, unser Ziel war jetzt erstmal Arba Minch und alles weitere sieht man dann.
Nach dem Mittagessen (in „Ali's Hotel“ nicht teuer und lecker!) habe ich das heikle Thema doch angesprochen. Wir mussten ja wissen, wie es nun weiter geht.
Die Antwort: „Wir fahren so weit wie wir kommen.“ Sollte das etwa heißen, dass es doch machbar sein könnte?
Also schnell auf in den Jeep. Gestärkt ging es wieder auf die – überraschend gute! - Piste. Und sie blieb gut! Nach 1,5 Stunden machten wir eine kurze Pause in Konso. Von Arba Minch bis dort sind es 130 km. Rekordverdächtig! Wenn das so weiter geht, dann wird das ja doch noch was!
Konso ist übrigens ein sehr schönes kleines Städtchen, hier würde ich durchaus mehr Zeit verbringen können. Aber die Zeit drängt ja. Ein längerer Zwischenstopp wäre nur ohne die Panne möglich gewesen.
Also weiter! Wie gestern schlängeln sich die Straßen durch die Landschaft und inzwischen merkt man auch deutlich, dass wir das Hochplateau auf dem Jimma liegt verlassen haben. Es wird heißer und die Landschaft verändert sich komplett. Die saftig grüne Landschaft mit ihrer roten Erde, die ich aus Jimma kenne, ist inzwischen brauner Erde gewichen und ist auch nicht mehr so dicht bewachsen. Die Anzahl der Bäume hat auffallend abgenommen. Auch die Rundhütten sehen hier anders aus; wie es scheint werden je nach Region die Dächer anders gedeckt.
Die Straßen sind im übrigen weiterhin ziemlich gut, vermutlich die besten auf denen ich in Äthiopien bisher gefahren bin. Trotzdem ist die Fahrt anstrengend, denn man wird ordentlich durchgeschüttelt.
So langsam bricht auch die Dämmerung herein und es wäre eigentlich Zeit, dass wir ankommen. Aber seit Konso sind wir nur durch ein kleines Dörfchen gefahen und haben ansonsten nur vereinzelte Hütten gesehen. Es ist schon ziemlich düster als wir Key Afar erreichen, ein Ort 70 km vor Jinka. Bleiben wir jetzt hier? Wie es scheint wohl nicht, aber das hieße ja, dass wir mindestens eine Stunde in der Dunkelheit fahren müssen. Es ist schon seltsam. Zu Hause würde ich mir niemals darüber Gedanken machen ob ich jetzt im Dunkeln fahren muss oder nicht, hier hingegen habe ich ein mulmiges Gefühl im Bauch. Nicht nur wegen der Nachtfahrt (von der unser Fahrer auch nicht begeistert ist und wovon auch immer abgeraten wird), sondern auch weil ein Gewitter im Anmarsch ist.
Die restliche Fahrt ist langsam und vorsichtig. Auf den letzten 30 km wird gebaut, entsprechend müssen wir auf provisorischen Straßen fahren und die sind nicht sonderlich gut. Außerdem haben die Scheinwerfer eine Reichweite von 5 Metern. Super!
Aber glücklicherweise kommen wir doch noch gut in Jinka an. Eine Bleibe für die Nacht ist auch relativ schnell gefunden (Mekone Pension, 60 ETB für's Einzelzimmer, ganz nett, aber die Sauberkeit lässt sehr zu wünschen übrig (besonders im Bad...).
Es ist kaum zu glauben, aber wir haben es tatsächlich geschafft! Die Mursi sind zum Greifen nah!

P.S.: Ich glaube das Gewitter diese Nacht ist das schlimmste Gewitter, das ich je erlebt habe. Wäre ich Asterix, dann wäre ich in diesen Nacht überzeugt gewesen, dass mir der Himmel auf den Kopf fällt.

Donnerstag, 7. April 2011

07.04.11: Spontantrip Tag 1 – Diskussionen

Nach einer Einladung von Andrea haben Moritz, Jana und ich spontan beschlossen uns eine Auszeit von der Arbeit in der Klinik zu nehmen und sie zu den Mursi zu begleiten. 120 € für jeden für 4 Tage Fahrer und Guide. Das ist echt nicht schlecht.
Also musste ich alles was man so für 4 Tage braucht in einen Rucksack stopfen. Prinzipiell ziemlich simpel, aber dank einem Gewitter gab es mal wieder keinen Strom und dementsprechend, musste ich bei Taschenlampenlicht packen. In der Hoffnung nichts vergessen zu haben bin ich dann ins Bett gekrabbelt, nur um 5 Stunden später wieder aufzustehen.
Nach dem Frühstück, etwas Ärger über ungeladene Akkus, wegen des Stromausfalls und längerer Suche nach einem Bajaj das uns mitnimmt, waren wir endlich an unserem Treffpunkt angekommen. Unser Guide und unser Fahrer erwarteten uns auch bereits und verstauten auch gleich unser Gepäck im Jeep.
Was folgte waren eine ganze Menge Diskussionen. Wir waren davon ausgegangen, dass wir den Guide nur für 4 Tage bezahlen müssen, das war so mit der Agentur abgesprochen, wie sich nun aber herausstellte, wollte er – genau wie der Fahrer – die Anreise bezahlt bekommen. Nochmal 50 € extra... Na das fängt ja gut an.
Jana, kam dann auf die Idee zu fragen, ob das Benzin inklusive ist. War es nicht. Das wird ja von Minute zu Minute teurer. What the f***?Langsam wurde uns ein wenig mulmig, ein Wochenende unterwegs ist ja super, aber wenn das schon so anfängt? Was kommt denn als nächstes? Hotel bezahlen, Essen bezahlen, die Liste ist lang...
Wir standen bestimmt eine Stunde da und haben diskutiert. Mitfahren? Nicht mitfahren? Wirklich alles gleich bezahlen? Pauschalpreis für das Benzin aushandeln? Und, und, und. Schließlich begibt man sich ja mit wildfremden Menschen auf eine Reise und wenn da plötzlich was nicht passt, dann hat man ein Problem. Im schlimmsten Fall steht man allein mitten im Nirgendwo und schaut einem wegfahrenden Jeep hinterher.
Schlussendlich haben wir die Hälfte des Geldes bezahlt und die andere Hälfte bezahlen wir nach unserer Rückkehr. In den sauren Apfel mit dem Benzin mussten wir leider beißen, weil das hier so üblich ist. Das hätten wir aber gern vorher gewusst.
1,5 Stunden später als geplant konnten wir endlich losfahren. Erst im Schritttempo über eine Schlammpiste von Straße auf der es vor Menschen und Eseln nur so wimmelte, aber schon bald mit (gefühlt) Vollgas über die Dirtroad. Bergauf, bergab. Kurven über Kurven. Vorbei an kleinen Dörfchen, Bananenplantagen und Menschen, die ihre alltäglichen Aufgaben erledigen.
Zwischendurch haben wir unseren Fahren immer wieder mit unseren „STOOOOOOOOOOP“-Rufen zum anhalten gebracht, damit wir Fotos machen können. Nach all den Diskussionen war unsere Stimmung jetzt, wo wir endlich unterwegs waren super. Eine Auszeit von all dem Scheiß den man in der Klinik so sieht tut gut und die Vorfreude auf die nächsten Tage tat ihr übriges.
Nach über 3 Stunden Fahrt machten wir Halt in einem kleinen Dörfchen, um etwas zu essen. Wir waren die Attraktion schlechthin und in Ruhe zu Essen war demnach unmöglich. 4 Weiße auf einem Haufen, das muss man gesehen haben! Eine Bande von Kindern hat uns umzingelt und alle wollten fotografiert werden. Langsam wird mir klar, warum jeder Afrikareisende Fotos von lachenden Kindern mitbringt. Es geht gar nicht anders!
Ich habe außerdem den Fehler gemacht zu fragen, wie weit wir in fast 3 Stunden gekommen sind. Entäuschende 100 (und ein paar Zerquetschte) Kilometer. Das ist wieder einmal ein Beweis dafür, dass Entfernungen hier einfach anders definiert werden. Wären wir in Deutschland unterwegs, dann wären wir nach dieser Zeit schon fast in Arba Minch (das ist ca. 350 km von Jimma entfernt), aber bei den hiesigen Straßenverhältnissen, werden wir bis zum Sonnenuntergang wohl gerade so Sodo erreichen (von dort sind es noch 90 km bis nach Arba Minch).
Nach dem Essen und vor allem nachdem wir die Kinder los geworden sind, konnte die Fahrt weiter gehen. Immer wieder einen Berg hinauf und wieder herab, mit dem Fahrtwind im Gesicht.
Ein wunderbares Gefühl! Und die Landschaft ist wirklich traumhaft schön, insbesondere weil sie so anders ist. Man sieht Bäume und Sträucher die man einfach noch nie zuvor gesehen hat.
Nach anstrengenden 7 Stunden im Auto, deren Resultat war, dass ich meinen Kopf kaum noch drehen konnte, sind wir endlich in Sodo angekommen. Nach einer kurzen Hotelsuche, sind wir im „Bekele Mola Hotel“ abgestiegen. Der Preis war ok (ca. 100 ETB pro Person), die Zimmer soweit auch. Standard: mittelmäßige Jugendherberge. Aber Hauptsache ein Bett!

Dienstag, 5. April 2011

05.04.2011: Meine neue Frisur

Nachdem ich heute vollkommen entnervt aus der Chirurgie abgehauen bin, weil ich mir das alles echt nicht mehr ansehen konnte, bin ich mit einer Medizinerin die ich hier kennengelernt habe zum Friseur.
Ich hatte ihr gegenüber mal erwähnt, dass ich die Frisuren (Cornrows) die hier alle so tragen wunderschön finde und auch gern so eine Frisur möchte. Nett und hilfsbereit wie die Äthiopier so sind, hat sie einfach einen Termin für mich ausgemacht und mich begleitet.
Zunächst galt es sich eine von den gefühlten 1000 verschiedenen Arten von Cornrows auf den Bildern auszuwählen, was mit ein paar Tipps von Eyosight auch relativ einfach war. Schwieriger war es die Flechterin davon zu überzeugen, diese Frisur in meine Haare zu zaubern. Sie war nämlich nicht überzeugt, dass mein (vergleichsweise) feines europäisches Haar, die Flechterei aushalten würde.
Nach einem Probezopf war sie überzeugt und hat sich an die Arbeit gemacht.
Ich muss sagen, dass das Gefelchte nicht gerade angenehm war. Man sollte glaube ich eine robuste Kopfhaut haben, wenn man diese Frisur haben will und auch nicht allzu schmerzempfindlich sein.
Es wird immer ein Zopf nach dem anderen geflochten und vorher wird der Bereich der gezopft wird in der Form die man gern hätte abgeteilt. Bei mir musste sie außerdem noch meinen Pony miteinflechten. Das war alles nicht so einfach.
Nach einer Stunde waren alle meine Haare verzopft und meine neue Frisur fertig. Der Kopf spannt zwar schon etwas, aber es sieht auf jeden Fall cool aus.
Oh und gekostet hat das Ganze 10 Birr!


P.S.: Nach einer Woche habe ich die Frisur nun aufgemacht, weil ich langsam etwas zerzaust ausgesehen habe. Bei den Afrikanerinnen hält das ungefähr doppelt so lang. Interessant waren die Reaktionen auf die Frisur. Ich hatte ehrlich gesagt etwas Angst, dass es negativ aufgefasst wird, wenn eine Weiße mit „deren“ Frisur rumläuft, aber im Gegenteil. Die Reaktionen waren durchweg positiv. Es war auch auf meiner Reise ganz lustig, weil vor allem die Kinder von den Haaren voll begeistert waren und teilweise sind sie mir überhaupt nicht von der Pelle gerückt, weil alle meine Zöpfchen betasten wollten. Das war wahnsinnig putzig!

04.04.11 – 05.04.11: Die Chirurgie

Nach der Pädiatrie, wollte ich mir die Chirurgie ansehen. Ich habe mir nicht sonderlich viel erwartet, nachdem ich mich letzte Woche mit Andrea, einer Chirurgin aus der Schweiz die hier momentan ehrenamtlich tätig ist, unterhalten habe. Dass diese Erwartungen aber auch noch unterboten werden können, war mir nicht klar.
Als wir um 8 in der OPC (Outpatient Clinic) bzw. im „Emergengy Departement“ angekommen sind, war kein Arzt weit und breit zu sehen. Das hat sich auch für 1,5 Stunden auch nicht geändert. Wartebereiche voller wartender Patienten, die evtl. auch kritisch sein können scheint keinen zu interessieren.
Als schlussendlich doch ein paar Ärzte (bzw. ein paar Interns und ein 1st year resident) eintrudeln, wird in einem ziemlich gemächlichen Tempo mit der Arbeit begonnen. Ein Mann der schon seit 8 Uhr mit seinem dicken, durchgebluteten Verband wartet, wird eine weitere Stunde ignoriert.
Auch habe ich den Eindruck, dass auf Anamnese hier überhaupt keinen Wert gelegt wird. Die Ärzte übersetzen zwar, wenn man darum bittet, aber die Informationen sind spärlich. Bei einem Patient mit einer Kopfplatzwunde zum Beispiel, bekomme ich auf die Frage was passiert ist, die Antwort: „Er hat eine Kopfplatzwunde“. Als ich nach dem Mechanismus frage, werde ich groß angeschaut und dann wird der Patient hastig gefragt. Nun erfahre ich, dass er bei einem Streit irgendwie auf den Kopf gefallen ist. Ich möchte wissen ob der Patient bewusstlos war oder nach dem Sturz etwas ungewöhnlich war. Wieder ein fragender Blick und hastiges Gefrage. Ich sollte vielleicht dazu sagen, dass der Arzt sich bevor ich ihn ausgefragt habe mindestens 15 Minuten mit dem Patienten gesprochen hat. Worüber haben die sich bitte unterhalten? Das Wetter?? Dieses Szenario hatte ich sehr häufig in den 2 Tagen mit den Chirurgen.
Weiter zu den anderen Patienten, dieses Trauerspiel von „Anamnese“ und „körperlicher Untersuchung“ konnte ich nämlich relativ schnell nicht mehr mitansehen. Viele Patienten kommen zum Verbandswechsel und gehen dann wieder nach Hause. Relativ simpel und sollte auch schnell gehen. Diese Verbandswechsel kann sich unsereins wirklich nicht vorstellen. Ich war wirklich schockiert.
Zunächst werden die alten Verbände abgemacht, was bedeutet, dass die Verbände abgerupft werden und der Patient vor Schmerzen aufschreit. Wenn der Chirurg nett ist, dann werden die Verbände mit NaCl getränkt und dann abgerupft, was etwas weniger schmerzhaft ist. Was folgt ist eine „Beurteilung“ der Wunde, die dann wieder mit NaCl gespült wird (gerne auch jegliche andere Art von Infusionslösung, wie Ringer Lactat oder Glucose). Desinfektion? Fehlanzeige. Auch auf meine direkte Frage hin, ob noch mit irgendwas desinfiziert würde, wird mir gesagt, dass NaCl reicht. Aha... ist ja interessant. Kein Alkohol, kein Jod, kein gar nichts kommt an die Wunde. Lediglich bei tieferen Wunden kommt „Hydrogen Peroxide“ (Wasserstoffperoxid...) zum Einsatz. Das wird einfach in die Wunde gekippt und damit wird die Wunde „gereinigt“. Mehr oder weniger ist danach einfach alles weg geätzt. Unfassbar. Danach kommt ein neuer Verband auf die Wunde.
Äthiopische Abszessdrainage. Im Freien und das Fensterbrett als Ablage
Dass ich die hygienischen Zustände hier schwierig finde, habe ich ja schon in meinem Bericht über die Pädiatrie erzählt, aber die Chirurgen sind auch in der Beziehung schlimmer. Sie haben keine Ahnung was steril arbeiten bedeutet. Teilweise habe ich den Eindruck, dass sie denken, dass alles was man mit sterilen Handschuhen anfasst auch steril ist. Leider scheint es aber auch so, dass ihnen das keiner richtig zeigen kann, weil es niemand besser weiß.
Viele der Patienten haben offensichtlich (und sehr gut hörbar) große Schmerzen, aber die werden gar nicht zur Kenntnis genommen. Es wird den Patienten keine Art von Schmerztherapie angeboten. Ich habe naiverweise trotzdem nach Schmerzmitteln gefragt und ob die Patienten etwas bekommen. „Wir können ja schlecht die ganze Wunde zum Verbandswechsel mit Lidocain unterspritzen“. Geile Antwort. Der Arzt wollte mich mit Blicken töten, als ich gemeint habe:“Selbstverständlich nicht, aber mit einer systemischen Schmerztherapie kann man auch lokale Schmerzen lindern“. „Das sollen die Patienten einfach aushalten“, wurde mir erwidert. Das schwachsinnige daran ist, dass die Patienten die Medikamente hier selbst bezahlen müssen und entsprechend keine Ressourcen der Klinik verschwendet werden würden, aber die Patienten werden noch nicht einmal darüber informiert, dass es Schmerzmittel gäbe und sie – wenn sie die finanziellen Mittel haben – welche bekommen können. Vor allem sind die Schmerzmittel hier auch echt billig (auch in Relation zu den hiesigen Gehältern gesehen). Für mich ist das völlig unverständlich.
Der Mann mit dem durchgebluteten Verband wurde gegen Mittag angesehen. Der Verband wurde ziemlich rabiat abgenommen und die Aufschreie des Patienten wurden geflissentlich ignoriert. Was sich nun offenbarte war alles andere als appetitlich: ein zerfleischter Daumen, aus dem noch ein Teil des Knochens ragte. Mein erster Gedanke bei diesem Anblick: „Jetzt wird gleich amputiert“.
Die Verletzung war schon über 12 Stunden alt und Teile des Daumens waren offensichtlich bereits nekrotisch (d.h. Das Gewebe ist abgestorben und kann nicht mehr gerettet werden). Der vordere Daumenknochen war bei der Messerstecherei zerteilt worden, die Gelenkkapsel war eingerissen und die obere Hälfte des Daumens hing nur noch in Fetzen am Rest.
Der Finger... live sah er noch schlimmer aus.
Der Patient saß heulend vor uns und hat gebettelt den Finger nicht amputiert zu bekommen, was ich auch verstehen kann. Was macht der Arzt? Anstatt sich zwei Minuten Zeit zu nehmen und dem Patienten zu erklären, dass es mehr Sinn macht das nekrotische Gewebe und einen Teil des Knochens jetzt zu entfernen (dadurch würde er zwar einen Teil seines Daumens verlieren, aber gute Heilungschancen haben), macht er einen Fingerblock (das heißt man betäubt mit einem Lokalanästhetikum nur den Finger) mit Lidocain & Adrenalin (abolut kontraindiziert bei sowas...) und näht mit drei extrem halbherzigen Stichen ein bisschen von dem zerfetzten Geweben an den Finger und klatscht einen Verband drauf. Ich war fassungslos! Am schlimmsten fand ich was der Arzt dann gesagt hat:“ Das Gewebe ist ja eh nekrotisch und wahrscheinlich auch schon infiziert, in 3 Tagen werden wir den Finger dann amputieren“. So ein Mensch darf Arzt werden??? Anstatt das möglichste zu tun, um den Finger des Patienten zu retten und dem Patienten die Möglichkeiten zu erklären, wartet er trotz besserem Wissen einfach nur darauf den ganzen Finger amputieren zu können und den Mann zum Krüppel zu machen. Und das mit einem süffisanten Lächeln. Ich könnte immer noch kotzen wenn ich nur an diese Sache denke!
Dass ich als Studentin und Frau natürlich nichts zu melden habe und sämtliche Einwände die ich während dieser Episode erhoben habe übergangen wurden, muss ich wahrscheinlich eh nicht mehr erwähnen.
Leider ist das hier keine Ausnahme, sondern die Regel. Mir kommt es häufig auch so vor, als wäre ein Mensch hier nichts wert. Vielfach scheint es mir so, als würde Sachen die man mal gelesen hat einfach mal ausprobiert, ob der Patient aufgrund dessen Probleme bekommen könnte (auch lebensgefährliche...) ist egal. Bei uns würde man kein Tier so behandeln.

Stiffneck

Montag, 4. April 2011

04.04.11: Polytrauma auf Äthiopisch

Ein Polytrauma ist eine Ansammlung von mehreren potentiell lebensbedrohlichen Verletzungen. Häufig sind zum Beispiel schwere Autounfälle oder Stürze aus großer Höhe die Ursache. Beim Patienten der mir heute begegnet ist, war die Ursache eine Machete. Er hatte sich mit jemandem gestritten, der ihn dann mit der Machete angegriffen hat und so zugerichtet kam er dann in die Notaufnahme. Und damit begann auch das Drama...
5 Interns haben sich erstmal in einem Schneckentempo auf den Patienten zubewegt (kurz nach der 2stündugen Mittagspause...) und vollkommen unkoordiniert rumgewurschtelt. Dann wurde einem Familienmitglied ein Rezept in die Hand gedrückt und ein Päuschen gemacht. Ich dachte ich werd nicht mehr! Wie wär's mit Vitalparametern checken? Wunden beurteilen? Anamnese? IRGENDWAS????? Nichts. Einfach nichts. Nach einer viertel Stunde kam ein Mann mit einer Kiste zurück, darin waren Infusionslösungen. Das bewegte die Interns einen rosanen Zugang zu legen (viel zu kleiner Zugang, eigentlich bräuchte man 2 größere Zugänge um – im Falle eines Schocks – viel Volumen geben zu können). Dann kam man auf die Idee den Puls zu messen. Uhren sind unter Ärzten hier anscheinend out, jeder nimmt sein Handy zum Puls messen. Also erstmal Handy raussuchen, Timer finden und dann eine volle Minute (!) Puls mitzählen. Selbiger Intern verschwindet dann in einschläfernder Geschwindigkeit um ein Blutdruckmessgerät zu holen. 
Die Meute die uns umringt und beobachtet hat, teilweise konnte man sich nicht umdrehen vor lauter Zaungästen

Die restlichen haben sich inzwischen sterile Handschuhe geschnappt und NaCl um die Wunden zu spülen. Es geht sehr sauber und steril zur Sache. Ich glaube wenn man die Wunde mit Spucke gereinigt hätte, hätte das etwa den selben Wert. Das liegt hauptsächlich daran, dass hier anscheinend niemand das Konzept von Sterilität versteht. Ich habe den Eindruck, dass die Ärzte hier denken, dass alles was sie mit sterilen Handschuhen anfassen auch steril ist. So folgt der erste Griff mit sterilen Handschuhen gerne mal ins Gesicht um seine Brille hoch zu schieben oder auf die vollkommen versiffte Patientenliege. Die Wunden an sich werden auch nicht wirklich beurteilt, sondern nur mit NaCl ausgespült und dann mit einem „sterilen“ und „sauberen“ Verband zugeklebt. Selbstverständlich nicht ohne, dass jeder der Anwesenden mit „sterilen“ Handschuhen in jede der Wunden reingefasst hat. Infektion ahoi! Den Patienten zu entkleiden um das volle Ausmaß der Wunden zu sehen, macht auch keiner. So werden 2 größere Wunden einfach übersehen.
Nach fast einer Stunde, in der der Patient immer wieder vor Schmerzen aufschreit, frage ich die Interns was denn als Schmerzmedikation gegeben wurde. Man schaut sich gegenseitig an und einer schreibt ein Rezept für Tramal (zwar ein starkes Schmerzmittel, aber vermutlich nicht ausreichend bei diesen Verletzungen). Der arme Patient.
In der Zwischenzeit kommt man (nachdem ich etwas suggestiv gefragt habe) auf die Idee, dass man ja vielleicht mal auskultieren könnte. Der Patient wurde ja schließlich in die Brust gestochen mit der Machete. Pneumothorax oder Hämatothorax sind entsprechend Diagnosen, die man unbedingt ausschließen sollte! Also setzt man den Patienten auf (tolle Idee, zur Seite drehen hätte auch gereicht und wäre schonender gewesen), klaut sich mein Stethoskop und fängt an das Schulterblatt beidseits abzuhören und zu behaupten, dass da Atemgeräusche hörbar sind. Was für ein schlechter Scherz. Ich habe mein Stethoskop zurückerobert und selbst abgehört. Die Seite in die die Machete gerammt wurde, ist wenn überhaupt nur sehr schwach ventiliert und der Klopfschall ist sehr dumpf. Mein Tipp: Hämatothorax, aber das kann man nur durch eine bildgebende Diagnostik bestätigen.
Während dieses Rumgewurschtels, hat auch keiner die Vitalparameter regelmäßig überprüft oder den Patienten genau untersucht. Nach zwei Stunden, kam jemand auf die Idee, den Bauch abzutasten und siehe da: bretthart und schon bei der Perkussion (=abklopfen) stöhnt der Patient vor Schmerzen. Das sind Zeichen für eine Peritonitis (was zum später entdeckten offenen Darm passt) und so ein Patient würde eigentlich sofort in den OP gehören.
Habe ich eigentlich erwähnt, dass in der ganzen Zeit kein einziger Resident anwesend war? Ich hab zeitweise wirklich heftigste Aggressionen bekommen. Sowohl Jana als auch ich waren der Meinung, dass wir diesen Fall besser und schneller managen hätten können als diese Bande. Ich bin gerade mit meinem 9. Semester durch und meine Erfahrungen mit Polytraumata hält sich in Grenzen. 
Röntgen gab's nach nach 5 Stunden...!

Irgendwann hatten die Interns wohl alle keinen Bock mehr und sind einer nach dem anderen verschwunden. Der Resident der irgendwann aufgetaucht ist (nach 3 Stunden...) hat den Patienten halbherzig angesehen und ist wieder gegangen. Nach über 4 Stunden wurden endlich Röntgenuntersuchungen gemacht und anscheinden gibt er erst nach fast 8 Stunden in den OP. Ein Witz. Limitierte Möglichkeiten alles Gut und Recht, aber was in diesem „Emergency Departement“ heute abgelaufen ist, hat damit nichts zu tun. Das war einfach nur traurig mitanzusehen und dass der Patient – wenn nicht ein Wunder passiert – dank dieser „Erstversorgung“ dem Tod geweiht ist, muss ich eigentlich schon gar nicht mehr erwähnen.
Memo an mich selbst: hier keine Probleme haben, die chirurgischer Art sind!

Samstag, 2. April 2011

02.04.2011: Abba Jiffar's Palast

Wochenende! Zeit sich auf Entdeckungstour zu machen!
Deshalb mussten wir natürlich die wichtigste (und einzige...) Sehenswürdigkeit in Jimma sehen. Der Palast von Abba Jiffar ist ein paar Kilometer oberhalb von Jimma und überblickt die ganze Stadt. Vom Sports Café aus braucht man etwas weniger als eine Stunde um dort hin zu laufen, aber man kann sich auch ein Taxi schnappen und sich fahren lassen (was recht teuer ist...).

Wir haben uns so gegen 9 getroffen, aber dank unglaublich langsamer Bedienungen in der Stafflounge sind wir erst um 10 losmarschiert. Das war definitiv viel zu spät! Es war schon so unglaublich heiß (mindestens 25°C aber eher mehr und dazu laufen in der prallen Sonne...). Wenn ihr den selben Ausflug machen wollt, dann solltet ihr unbedingt früher losgehen.
Die kleine Wanderung zum Palast (etwa 4 km) war aber bis auf die Hitze wirklich schön. Man hat immer wieder eine schöne Aussicht und kommt an kleinen Siedlungen vorbei. Leider auch an Scharen von Kindern, von denen viele betteln. Ich habe aber auch den Eindruck je größer eine Gruppe von Weißen ist, desto mehr wird auch gebettelt.

Oben angekommen durften wir erstmal den „Ferengi“-Preis für den Eintritt und die Cameras berappen (35 Birr sind ja nicht viel aber halt mehr als das 5fache von dem was ein Einheimischer bezahlt).
Auf dem Weg nach oben

Im Preis inbegriffen ist eine kurze Führung in durchwachsenem Englisch und spannenden Fakten wie „hier hat Abba Jiffar geschlafen“. Nicht so wahnsinnig spannend. Das Haus an sich ist jetzt nicht spektakulär, aber man kann sich das schon mal anschaun. Die Aussicht vom obersten Zimmer aus (aber auch vom restlichen Palastgelände) ist wirklich toll. Für die hat sich der Marsch auf jeden Fall gelohnt.
Die Aussicht vom Palast aus
Um der Mittagshitze etwas zu entkommen haben wir uns unter die Bäume gelegt die auf dem Palastgelände stehen und ein bisschen Pause gemacht. Auch sehr entspannend :)
Der Abstieg war dann sehr anstrengend, einfach weil es wahnsinnig heiß war, kein bisschen Wind oder auch nur irgendwas. Schlimm! Dazu noch Hunger...
Wir waren auch alle richtig fertig danach. Uns war zwar allen klar, dass in der Hitze marschieren eine eher dumme Idee ist, aber dass man danach so ausgelaugt ist... Wie auch immer: ich hab meine Lektion gelernt...

und nochmal Aussicht

Freitag, 1. April 2011

01.04.2011: Beim Schneider

Heute war es hier so brütend heiß, dass wir beschlossen haben den Nachmittag frei zu nehmen (und ehrlich gesagt, war mir der Vormittag auch schon krass genug...). Nach einem Mittagsschläfchen sind wir ins Zentrum gelaufen und haben auf dem Weg ein bisschen fotografiert.
die Bananenfrau
Am „Central Hotel“ angekommen, hatte Jana Hunger und ich dreckige Schuhe. Warum also nicht einen der „Shoeshine Boys“ testen? Nach kurzen verhandeln, habe ich mich zu einem gesetzt und er hat mir für 4 Birr die Schuhe geputzt. Das war wirklich spannend, weil das ein mords Aufwand ist! Schnürsenkel raus, Schuhe waschen, Schuhe einseifen (?), Schuhe mit farbloser Schuhcreme einschmieren, Schuhe mit schwarzer Schuhcreme einschmieren und dann Schnürsenkel wieder rein und zugeknöpft. Und dazwischen wird gebürstet wie ein Weltmeister. Der Junge der das gemacht hat war auch wirklich sehr nett (wie die meisten hier) und hat auch ein bisschen vor sich erzählt. Er geht wohl zur „secondary school“ und hatte auch seine Lehrbücher für Wartezeiten dabei und arbeitet nachmittags, damit er sich die Schule leisten kann. Sowas kann man sich bei uns nicht vorstellen... Außerdem hat er mir meine andern Schuhe geflickt, die machen die Straßen und das Wetter hier nicht mehr so gut mit.

Nach diesem Zwischenstopp sind wir weiter in Richtung Markt und ein bisschen herumflaniert. Sehr schön! Natürlich hatten wir auch sofort wieder eine Herde Kinder an der Backe und sollten Fotos machen. Ich verstehe gar nicht warum die da immer so scharf drauf sind! Hier gibt es ja kein Postamt, sodass wir die Fotos schicken können oder sonst was...!

An einer Ecke ist und ein Schneider ins Auge gesprungen. Wir haben im Vorfeld den Tipp bekommen, dass man sich hier sehr günstig Kleidung schneidern lassen kann. Ich war ja sofort Feuer und Flamme, als ich das gehört habe weil ich jeden Sommer wieder nach einem schönen – und vor allem passenden – Kleid suche und das immer nur von mittelmäßigem Erfolg gekrönt ist. Deswegen: ich will ein Kleid haben!
Mit meiner Begeisterung habe ich auch gleich Jana angesteckt und so hatten wir das beide auf unseren ToDo-Listen.
Deshalb mussten wir natürlich gleich mal in diese Schneiderei/Verschlag/Kabuff was auch immer. Die hatten nämlich auch echt schöne Stoffe. Zunächst sind wir etwas schüchtern hineingegangen und wurden gleich herzlich begrüßt. Jana hatte sofort einen Stoff gesehen in den sie sich verliebt hat und wollte einen langen Rock geschneidert bekommen. Zuerst mussten wir die Herrschaften aber überzeugen, dass uns das was sie schneidern auch gut genug ist. Die wollten uns ernsthaft deswegen wegschicken!
Einer der Männer im Laden konnte etwas Englisch und hat für uns übersetzt und mit wildem Gestikulieren und Zeigen war dann nach einiger Zeit der Stoff ausgewählt. Die nächste Herausforderung war nun zu beschreiben, wie der Rock denn aussehen soll. Plötzlich war der ganze Laden (immerhin 5 Leute) an der Planung beteiligt, dann wurden Maße genommen, dann wieder beratschlagt, mehr Maße genommen. Fazit: nach 20 Minuten war klar, dass der Rock 170 Birr (weniger als 9 €) kosten soll und in 2 Tagen abholbereit sein wird.
Coole Sache! Jetzt noch mein Kleid. Ich musste etwas suchen bis der Stoff den ich wollte gefunden war, denn die Tatsache, dass Farben in Englisch halt doch etwas anders heißen war ein größeres Problem. Mit deuten, und Zeigestock war endlich klar, was ich gern hätte. Und jetzt erklärt mal einem äthiopieschen Schneider wie ein 50s Kleid ausschaut... kurz gesagt: SCHWIERIG: Er hat es am Ende aber verstanden und aufgemalt. Blöderweise, braucht man um so ein Kleid zu nähen wohl eine andere Nähmaschine und deshalb wollten die mich gleich zu einem anderen Schneider bringen.
Aber ich hatte spontan Lust einen Rock zu bekommen, also ging das Spiel mit Zeigen, Gestikulieren, Vermessen, Drehen, mehr Zeigen wieder los. Schon lustig um ehrlich zu sein.
Letzten Endes haben wir unsere Röcke (und passenden Schals) in Auftrag gegeben und können sie in einer Woche abholen. Ich bin ja soooooo gespannt wie die Sachen aussehen werden!
unser Schneider und der Stoff für meinen Rock

Der eine Herr hat Jana und mich dann wirklich noch zu einem anderen Schneider gebracht, wo ich mit der oben beschriebenen Methode und mit Fotos und Modellen, die im Laden hingen, mein Kleid in Auftrag geben konnte. Perfekt! Ich freue mich dann mal auf Freitag!