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Dienstag, 22. März 2011

Reisevorbereitungen

Reisevorbereitungen

Äthiopien ist nicht Schottland, das war mir von Anfang an klar. Aber dass man an dermaßen viele Dinge denken muss, wenn man in ein afrikanisches Land fährt hätte ich nicht gedacht.
Das beginnt schon bei den Impfungen. Was braucht man alles?
Am besten geht man einfach zu einem erfahrenen Reisemediziner oder – wenn man wie ich in München lebt – ins Tropeninstitut oder in das Max-von-Pettenkofer-Institut (wesentlich billiger!) und lässt sich beraten.
Was man haben sollte:
  • Hepatitis A und B
  • Diphterie und Tetanus
  • Polio (auffrischen!)
  • Gelbfieber
  • Meningokokken
  • Tollwut (muss nicht unbedingt sein und ist teuer, aber better be safe than sorry)
  • Typhus
Hepatitis B hatte ich schon, der Rest hat mich etwa 300€ gekostet. Wahnsinn, aber wichtig. Außerdem gibt es da noch die Frage: Malariaprophylaxe: ja oder nein? Das kommt schlichtweg auf das Gebiet an. Ich habe mich gegen eine kontinuierliche Malariaprophylaxe entschieden (teuer und in dem Gebiet wo ich sein werde auch nicht nötig). Was ich aber mitnehme ist eine Standby-Medikation. Das heißt, ich habe ein Medikament (Malarone) gegen Malaria dabei und sollte ich Symptome haben (hohes Fieber, grippeähnliche Symptome), nehme ich dieses und gehe dann so bald wie möglich zum Arzt.
Am wichtigsten ist es ohnehin die Mückenstiche zu vermeiden. Daher: lange Kleidung und Mückenschutz (NoBite wird von allen Seiten empfohlen).
Die Reiseapotheke fällt auch etwas größer aus. Ich habe mich mit Immodium, Paracetamol, Schmerzmitteln, Perenterol, Fenistil usw. eingedeckt, da ich keine Ahnung habe inwiefern ich dort Zugang zu Medikamenten haben werde.
Meine Reisepotheke

Soviel zur medizinischen Seite, jetzt zur bürokratischen. Um nach Äthiopien zu fahren braucht man ein Visum. Als Tourist ist das relativ simpel, man kann es in Addis Abeba am Flughafen kaufen. In unserem Fall ist es komplizierter. Sobald man nämlich in irgendeiner Form im Land arbeiten möchte (auch wenn es kostenlos ist), dann braucht man ein Business Visum. Dafür wiederum braucht man eine schriftliche Einladung von der entsprechenden Stelle (also z.B. vom Krankenhaus) mit Reisedaten etc. Das ganze plus ausgefüllte Formulare, Gebühren usw, geht dann an die Botschaft und dann heißt es warten. Die Herrschaften haben nämlich eine lange Leitung und sind außerdem teilweise zu blöd Formulare abzuschreiben (wie ich aus eigener Erfahrung weiß).
Daher empfehle ich jedem, der so eine Reise plant, das Visum so früh wie es irgendwie geht zu organisieren, damit man – wenn nötig – noch einen Ersatz bekommt.
Auch den Flug sollte man frühzeitig buchen, weil er einfach generell teuer ist (mit 500 Euro sollte man mindestens rechnen) und auch nicht billiger wird.

Dann muss man auch beim Packen etwas planen. Leichte, lange Kleidung ist von Vorteil. Ich habe außerdem noch Funktionsklamotten dabei, weil ich nicht weiß was mich genau erwarten wird. Trekkingschuhe sind sicherlich keine schlechte Idee. Sonnenschutz (Hut und Sonnencreme) ist glaube ich selbstverständlich, aber man sollte auch nicht vergessen, dass es die Regenzeit gibt. Für den Fall dass man in der Regenzeit fährt, sollte man sich vernünftigen Regenschutz und Gummistiefel (viele Straßen sind nicht geteert, das ist dann der pure Matsch) wurden uns empfohlen. Außerdem ist es in Äthiopien so, dass in den meisten Hotels nicht nach jedem Gast die Bettwäsche gewechselt wird. Dafür sollte man sich ein Inlay oder ein Laken mitnehmen. Normalerweise gibt es Handtücher in Hotels, in Guest Houses ist es nicht immer so. Ich habe deshalb Handtücher eingepackt. Wenn man auf das Gewicht achten muss, dann sind Mikrofaserhandtücher eine gute Idee. Sind nicht ganz billig, aber sehr praktisch und trocknen auch schnell.
Rund um die Uhr Strom zu haben ist in Äthiopien keine Selbstverständlichkeit. Daher sollte man eine kleine Taschenlampe und Batterien mitnehmen. Ich habe mir außerdem noch einen Ersatzakku für meine Kamera besorgt.

Zum Thema Geld wechseln: kann man bei uns nicht. Das muss man in Äthiopien erledigen. Ob Euro oder Dollar ist egal, wird beides gewechselt. Wichtig ist auch, dass es in Äthiopien keine EC-Automaten gibt. Man kann an ATMs zwar Geld abheben, aber nur mit Kreditkarte. Sollte man also noch keine Kreditkarte haben, würde ich empfehlen eine ausstellen zu lassen. Es empfiehlt sich aber auch eine gewisse Summe Bargeld mitzunehmen, weil es auch vorkommen kann, dass die Kreditkarte nicht funktioniert. Wechseln kann man übrigens direkt am Flughafen vor der Visakontrolle und bei den verschiedenen Banken in Addis.
Das ist was mir so im Moment einfällt, aber ich werde diesen Post updaten, wenn mir noch etwas fundamental wichtiges ein- oder auffallen sollte.

Ergänzung:
Man sollte wenigstens eine Rolle Klopapier mithaben. Es gibt in keiner Toilette Klopapier und häufig auch in Hotels nicht.
Es kann passieren, dass es tagelang kein Wasser gibt. Daher: feuchte Waschlappen aus der Packung, waren zu dieser Zeit glorreich!

Sonntag, 20. März 2011

Next Stop? Ethiopia!

Äthiopien? Was soll das jetzt schon wieder? Wieso warum weshalb?
Ich fange mal von vorne an. Schon im 5. Semester habe ich von dem Austauschprogramm zwischen der LMU und der Jimma University erfahren, aber bewerben? Zu dem Zeitpunkt wollte ich das noch nicht. Erstmal Erfahrung sammeln. Also habe ich es mir ein Jahr später wieder überlegt und bin damals zum Schluss gekommen, dass ich ja noch soooo viel anderes zu tun habe. 9. Semester und somit letzte Chance: jetzt oder nie!
Deshalb habe ich mich im Oktober beworben und einfach mal meine Unterlagen abgegeben. Etwa eine Woche später kam die Einladung zum Interview. Aufregung machte sich breit und ich fing an mich über Äthiopien schlau zu machen. Wer weiß was die im Interview so wissen wollen...
Im Nachhinein kann ich nur sagen: gut, dass ich das gemacht habe. Die wollten nicht nur
wissen, warum gerade ich mitkommen soll, ob ich teamfähig bin und so weiter, sondern auch sehen, dass ich mich mit dem Land auseinander gesetzt habe. Das ganze natürlich auf Englisch, was – für mich wenigstens – kein Problem war.

Nach dem Vorstellungsgespräch hatte ich kein schlechtes Gefühl, aber erstmal nicht zu früh freuen, wer weiß wie die restlichen Kandidaten sich geschlagen haben.
Ungefähr 10 Tage später war es aber klar: schlechter als ich! Unglaublich, ich fahre nach
Äthiopien!
 
Was folgten waren Treffen mit den äthiopischen Interns, die gerade in München waren,  wöchentliche Vorbereitungstreffen mit unzähligen Vorträgen über Kultur, Geschichte, Wirtschaft, Medizin und vieles mehr. Auf alle Fälle interessant, aber zugleich auch anstrengend, schließlich war jede Woche ein Dienstag fix verplant und wollte vorbereitet werden und das ist eine Menge Arbeit neben allen anderen Verpflichtungen, die ich so habe. Wie auch immer: ich denke, das hat sich gelohnt. 
 
Besonders witzig, war das erste Mal äthiopisch Essen (das Café Omo in der Poccistraße in
München ist übrigens sehr zu empfehlen). In Äthiopien benutzt man kein Besteck, sondern seine Hände zum Essen. Genauer gesagt, nur die rechte Hand. Die Äthiopier haben schallend gelacht bei unseren ersten Essversuchen. Es muss aber auch komisch ausgesehen haben, wie
wir da alle versucht haben, mit den Fingerspitzen Injera zu essen. Nach einer kurzen Lektion wie es richtig geht, war es auch ganz einfach, wenn auch extrem ungewohnt.

Vielleicht noch kurz, warum ich das Ganze mache. Ich überlege schon eine ganze Weile, ob
ich später einige Zeit für eine Hilfsorganisation (Ärzte ohne Grenzen oder ähnliches) arbeiten soll. Allerdings ist das eine große Verpflichtung und sehr viel Verantwortung. Nicht dass mir das Angst macht, aber die Kombination aus humanitärer Krise, Kulturschock und den limitierten Möglichkeiten zu helfen, halte ich für ziemlich schwierig. Ich habe inzwischen einige Menschen (Ärzte, Krankenschwestern, aber auch Menschen die solche Projekte ohne medizinischen Hintergrund unterstützen) kennengelernt und mich auch anderweitig mit dem Thema auseinandergesetzt. Die allgemeine Meinung ist, dass man viel zu blauäugig in so eine „Mission“ hineingeht und das es für jemanden, der unsere Standards gewöhnt ist ein sehr
harter Kulturschock ist. Zwei mal: beim hinfahren und beim zurück kommen. Diese Leute haben sicherlich nicht unrecht und so kann ich für mich herausfinden ob ich für Entwicklungshilfe aus dem richtigen Holz geschnitzt bin oder nicht.

Durch diesen Austausch werde ich die Möglichkeit haben, sowohl die Medizin im Krankenhaus
als auch die Grundversorgung in den Dörfern kennenzulernen. Außerdem werde ich 5 Wochen in Äthiopien leben, meiner Meinung nach ohnehin die beste Art und Weise ein Land zu entdecken.

In diesem Sinne: ich bin dann mal weg!

Sonntag, 15. Februar 2009

Von Klausuren, Ausstellungen und Reisevorbereitungen

Hallo Leute!
Mein erster offizieller Blogeintrag ☺
Nachdem ich ja am Freitag den Horrorklausurtag schlechthin hatte (3 Klausuren in 4 Stunden...). Der Rest des Tages war dann wirklich sehr nett. Ich war mit Freunden was essen und bin ein bisschen in der Stadt unterwegs gewesen (Bilanz: 2 Paar neue Ohrringe, diverse Sachen von Lush und ein neues Buch). Darauf folgte die schönste Post-Klausur-Beschäftigung überhaupt: ABHEFTEN.
  • Bilanz nach dem MiBi-Block: 2 volle Ordner.
  • Bilanz nach Modul 1: 3 volle Ordner.
Ich glaube das sagt eh schon alles. Nun ja. Ich wollte an dem Abend ja eigentlich aufräumen (schlussendlich habe ich den Abwasch gemacht...) und dann ins Bett. Nun ja, stattdessen habe ich diversen Mist online angeschaut und rumgegammelt und bin irgendwann ins Bett.
Gestern war ich dann netterweise bei der Post, um meinem Bruder ein paar Sachen zu schicken (was mich eine Stunde gekostet hat...). Wie auch immer, das Gute an den 45 Minuten in der Warteschlange (wie war das gleich noch mal mit Servicewüste Deutschland?) war, dass ich spontan doch noch beschlossen habe in die Kandinsky Ausstellung im Lenbachhaus und im Kunstbau zu gehen.
Gute Idee zum falschen Zeitpunkt mit den falschen Klamotten (hatte einen Rock an; zu meiner Verteidigung: alle Hosen waren gerade frisch gewaschen auf dem Wäscheständer) kann ich dazu nur sagen. Die Warteschlage war schier endlos... Ich hab 1,5 Stunden gewartet, damit ich endlich eine Karte bekommen habe. Aber die Zeit in der Warteschlange war recht witzig. Hinter mir war ne Familie aus Hamburg (wie lustig), die mich gleich mal mit Sightseeing-Tipps versorgt haben, neben mir stand ne Medizinerin und vor mir so n paar Damen mittleren Alters, die echten Unterhaltungswert hatten.
Aber, da ja Valentinstag war, war es natürlich unvermeidlich, dass auch ein totaaaaaaaaaaaaaaaaal verliebtes Pärchen vor mir stand (er hat ihr am Valentinstag einen Antrag gemacht... und sie wollen am 09.09.09 heiraten... wie romantisch... das wollte ich DEFINITV nicht wissen...). Nun ja: so viel zum Thema: ich ignoriere den Valentinstag.
Nachdem ich nach den eineinhalb Stunden in der Kälte (es hat auch noch geschneit...) gestanden hatte, hielt ich ENDLICH meine lang ersehnte Karte in der Hand. Also bin ich erstmal ins Lenbachhaus gegangen, wo das gesamte druckgraphische Werk von Kandinsky ausgestellt ist. Ich muss ja zugeben, dass ich normalerweise nicht so der Fan von Holzschnitten und so weiter bin, aber das war echt super. Insbesondere durch die Tatsache, dass das Gesamtwerk zusammengetragen wurde und gemeinsam ausgestellt wird, macht die ganze Ausstellung spannend. Man kann nämlich den Wandel von Kandinsky von der Darstellung realer Sachen zur absoluten Abstraktion perfekt verfolgen. Außerdem sieht man auch, wie der sich in jeder Technik weiter entwickelt hat und was er mit welcher Technik bezwecken wollte. Fand ich wirklich höchst interessant. Außerdem hatte man noch die Möglichkeit, die ständige Ausstellung zu besichtigen (Werke aller Künstler des blauen Reiters). Die ist zwar auch beeindruckend, aber nachdem ich die Ausstellung schon zweimal gesehen habe, konnte ich da getrost etwas zügiger durchgehen.
Dann ging es weiter in den Kunstbau. Dort werden bis zum 8. März die Gemälde von Kandinsky ausgestellt. Die Bilder wurden aus aller Welt zusammengetragen (vor allem aus New York und Paris) und werden erstmals in dieser Kombination ausgestellt. Dabei handelt es sich ausschließlich um großformatige Werke. Die Bilder wurden in einer (relativ) chronologischen Reihenfolge arrangiert, was ich für eine sehr sinnvolle Idee halte. So kann man Kandinskys künstlerischen Wandel perfekt verfolgen. Sehr interessant ist, was für „Stilsprünge“ er in teilweise sehr kurzer Zeit gemacht hat. Besonders in den früheren Werken ist das sehr deutlich zu beobachten. Die Werke die hier gesammelt ausgestellt sind, sind – kurz gesagt – der absolute Wahnsinn. Wirklich eine gelungene Auswahl, aber das müsst ihr euch wennschon selbst ansehen.
Mein Fazit: die 1,5 Stunden in der Kälte waren das Erlebnis auf jeden Fall wert. Ich kann euch nur empfehlen euch die Ausstellung anzusehen.
Irgendwann um 18.00 Uhr war ich dann wieder zu Hausen. Meine to do Liste:
  • Wohnung aufräumen
  • Schreibtisch entrümpeln
  • Bad putzen
  • meinen ganzen Kleinscheiß für Hamburg zusammen tragen
  • Wäsche waschen und aufhängen
  • mit meiner Familie telefonieren
  • essen
  • Bügeln
  • meine Klamotten packen
  • alles in meinen Koffer und die Reisetasche bekommen
  • Schlafen
Ich habe all das in rekordverdächtigen 8 Stunden erledigt. Was natürlich bedeutet, dass ich irgendwann nach 2 Uhr früh ins Bett bin.
Nachdem ich das Taxi für 6.10 Uhr bestellt hatte, war das eine sehr kurze Nacht. Ich hab mich aus dem Bett gequält, mich fertig gemacht, die letzten paar Kleinigkeiten eingepackt und bin meine Checkliste durchgegangen. Als das aller erledigt war, war es halb sechs. „Verdammt, zu früh aufgestanden“, habe ich mir da erstmal gedacht (ihr könnt euch nicht vorstellen, wie sehr mich das geärgert hat...) und dann beschlossen, das es der perfekte Zeitpunkt ist noch schnell Staubzusaugen. Ich wette meine Nachbarn hätten mich gelyncht, wenn sie mich in die Finger bekommen hätten.
Der Taxifahrer war pünktlich da (der unsympathischste Taxifahrer den ich je erlebt habe...) und hat mich zum Bahnhof kutschiert. Dort habe ich mich noch mit Zeitschriften eingedeckt und bin dann schon mal in den Zug eingestiegen.
Ich hatte eigentlich den Vorsatz wach zu bleiben und mir Deutschland anzusehen. Der Vorsatz hat bis zum Bahnhof Augsburg gehalten, danach bin ich gnadenlos eingeschlafen. Zwischendurch bin ich natürlich doch mal aufgewacht und hab n paar Fotos gemacht, aber nur um 2 Minuten später wieder einzuschlafen. Ich glaube meine Sitznachbarin fand mein Verhalten durchaus amüsant.
In Hamburg angekommen hatte meine Reisetasche die grandiose Idee, dass es doch bestimmt sehr lustig wäre, wenn sie ihren Henkel durchreißen ließe. Ich kann nur sagen: SCHEIß IDEE LIEBE REISETASCHE.
Nachdem ich mein ganzes Zeug irgendwie zum Taxistand verfrachtet habe, wurde ich direkt zu meiner Unterkunft kutschiert (einmal quer über die Reeperbahn ^^). Dort angekommen wurde ich auch sehr nett von meiner Mitbewohnerin willkommen geheißen und hab mein Zimmer bezogen. Ich muss hier definitiv putzen (mit wurde zwar per Mail mitgeteilt, dass aufgeräumt wurde, aber aufgeräumt geht anders!), aber ansonsten ist es ein schönes Zimmer, kann mich nicht beklagen.

So. Ich schnappe mir jetzt meinen Reiseführer und lese mir mal durch womit ich meine Zeit hier so verbringen werde.
Bis zum nächsten Eintrag!